GRUETER.COM / MAX GRÜTER
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Mit „The Bunnymen Collection“ hat er nun einen neuen Prototypen geschaffen, der von kommerziell und klischeehaft eingefärbten Erinnerungswelten genährt wird. Bekannte und im Gehirn festgefahrene Bildvorstellungen benutzt er, um daraus eine Kunstfigur zu schaffen, die den Ausgangspunkt quasi ad absurdum führt. Hinterhältig eingenistete Trivialitäten werden in ironisch-tiefsinnige Mutationen überführt.
Der Begriff „Bunny“ sugeriert vordergründig zuerst einmal „Hasen“, wie sie die Inhalte von Herrenzeitschriften à la Playboy bestimmen, oder die Boxenstrassen der Formel 1 zieren. In der harmloseren Variante denkt man eventuell an die von Ben Hardaway, Tex Avery und Chuck Jones im Auftrag der Zeichentrick-Studios der Warner Bros. geschaffene Trickfilmfigur „Bugs Bunny“, deren animierte „The Bugs Bunny Show“ auch hierzulande äusserst erfolgreich ausgestrahlt wurde.
Sowohl die niedliche Trickfilmfigur wie auch die sexistisch-kommerziellen Aufputze des Playboys sind ikonografisch in der Alltagswelt verankert.
Grüters „Bunnymen Collection“ ist ein Versuch, einseitige und festgefahrene „Speicherdaten“ zu unterlaufen und mit deren Verfremdung neue Bildvorstellungen zu erzeugen. Er schafft sozusagen eine Kunstfigur, die die Begriffe Kunst und Kommerz auf absurde Weise miteinander konfrontiert. Das erotische, mit mega Titten bestückte „Häschen“ des Playboy wird nun plötzlich zum Schwanzträger.
Da Max Grüter konzeptionell zumeist seriell und werkstrategisch übergreifend arbeitet, kommen die einzelnen Familienmitglieder der Bunnymen Collection in grossen Auflagen und in unterschiedlichen Techniken daher. Sie erscheinen als Kunststoffabgüsse genauso wie als virtuelle Figuren am Bildschirm, als Aufdrucke bei T-Shirts oder als gewöhnliche Druckgrafiken.
Nach Ansicht des Künstlers geht es dabei um nichts weniger als „die Implementierung und Vermehrung eines speziell für das allgegenwärtige konsumistische System geschaffenen Kunstwerks. Daber erhebt sich für mich die Frage, ob es überhaupt möglich ist, Kunst am Kommerz so zu positionieren, dass diese Intervention trotz optischem Überangebot ersichtlich ist“.
Ziel dieses „Bunny-Eingriffes“ im virtuellen und realen Raum ist es also, die klischeehaften Vorbilder zu konterkarieren und sich selber als omnipotente Ikone in der Alltagskultur festzusetzen.
Karlheinz Pichler 2007